TOURISMUSREGION · KAPITEL-START

Geografie und wirtschaftliche Bildung · Sek I

Besucherströme lenken

Warum drĂ€ngen sich an manchen Orten alle GĂ€ste, wĂ€hrend andere leer bleiben? Und wie fĂŒhrt eine Region ihre GĂ€ste so, dass alle gewinnen – GĂ€ste, Einheimische und die Natur?

đŸ“·Foto gesuchtBeliebtes Ausflugsziel mit sichtbarem Andrang: viele Menschen auf einem Wanderweg oder an einem Aussichtspunkt (z. B. Karren-Kante Dornbirn, PfĂ€nder oder Rappenlochschlucht an einem Schönwettertag).assets/img/buch/tourismusregion/opener-ausflugsziel-andrang.jpg
Darum geht es in diesem Kapitel: GĂ€ste laufen nicht kreuz und quer. Sie folgen Wegen, Straßen und SehenswĂŒrdigkeiten. Du lernst, wie man diese Ströme lenkt. Das nennt man Besucherlenkung. Du siehst, warum der Standort am Weg ĂŒber Erfolg oder Misserfolg entscheidet. Du erfĂ€hrst, wie die GĂ€ste anreisen – zu Fuß, mit dem Rad, dem Bus oder dem Auto. Du verstehst, wie eine Region mit ihren GĂ€sten Geld verdient. Das nennt man Wertschöpfung. Und du lernst, wie eine Region Verkehr, Wirtschaft und Umwelt unter einen Hut bringt.
AT · GW 3.5–3.8 AT · GW 3.13 & 3.17 AT · Verkehrs- & MobilitĂ€tsbildung DE · NRW: Tourismus & Raum DE · BY: Alpen (Jg. 7) CH · RZG 2.5 & 3.1
🎼 So arbeitest du mit der Simulation: Du baust eine Ausflugsregion auf – ĂŒber 8 GĂ€stewellen und vier Jahreszeiten. Zuerst wĂ€hlst du eine von fĂŒnf Wegkarten. Sie reichen von der Talschleife bis zur Passstraße. Die GĂ€ste ziehen sichtbar in Gruppen ĂŒber die Wege. Deine GebĂ€ude wirken nur auf GĂ€ste, die nah genug vorbeikommen. Zwischen den Wellen ist Baupause. Dann baust du in Ruhe. Der Knopf „NĂ€chste Welle rufen" bringt dir einen Bonus. Du startest mit 500 € aus der Gemeindekasse. Am Ende zĂ€hlen vier Ziele: im Schnitt ≄ 3,5 Sterne, Wertschöpfung ≄ 2.500 €, Umweltwert ≄ 45 und keine Schulden unter −1.000 €. Der Endbericht zeigt dir dann dein Regionsprofil.
đŸ“·Foto gesuchtVoller Wanderparkplatz oder Parkplatz an einem Ausflugsziel an einem Schönwettertag (z. B. Bödele, Ebnit, Furkajoch).assets/img/buch/tourismusregion/opener-parkplatz-voll.jpg
SEITE 1 · BESUCHERSTRÖME

1 · Besucherströme: Wenn alle zum selben Ort wollen

Stell dir vor, alle wollen zum selben schönen Aussichtspunkt. GĂ€ste verteilen sich nĂ€mlich nicht gleichmĂ€ĂŸig. Sie folgen berĂŒhmten Orten, Wegen und Tipps aus dem Internet. So entstehen Besucherströme. Das sind Bewegungen vieler Menschen, die man vorhersagen kann. Doch wo sich zu viele GĂ€ste stauen, kippt der Tourismus ins Gegenteil. Dann spricht man von Übertourismus: zu viele GĂ€ste fĂŒr einen Ort. Die Gassen sind verstopft. Die Einheimischen Ă€rgern sich. Und das schöne Erlebnis ist kaputt – genau das, wofĂŒr die GĂ€ste gekommen sind.

Das bekannteste Beispiel in Österreich ist Hallstatt. Im Dorf leben nur 740 Menschen. Aber jedes Jahr kommen gut 1,2 Millionen TagesgĂ€ste. Die Gemeinde steuert dagegen. Seit 2019 dĂŒrfen pro Tag höchstens 54 Reisebusse ins Dorf. Jeder Busfahrer muss vorher eine feste Ankunftszeit buchen. 15 Angestellte kĂŒmmern sich nur um Busse, Autos und Verkehr. [1]

FĂŒr die Besucherlenkung gibt es viele Werkzeuge. Man kann informieren: mit Schildern, Apps und Anzeigen, wo gerade viel los ist. Man kann PlĂ€tze reservieren lassen: mit festen Zeiten und Tickets. Man kann ĂŒber den Preis steuern: Eintritt oder ParkgebĂŒhr machen einen Ort teurer, dann kommen weniger GĂ€ste – so wirkt der Preis auf die Nachfrage. Man kann sperren: mit Fahrverboten oder festen Zufahrtszeiten. Am freundlichsten aber ist ein anderes Werkzeug: schöne Alternativen anbieten. Dann verteilen sich die GĂ€ste von selbst.

đŸ“·Foto gesuchtGelbe Wanderwegweiser mit mehreren Zielen und Gehzeiten (klassisches Vorarlberger Wegweiser-Ensemble, z. B. am PfĂ€nder oder im Bregenzerwald).assets/img/buch/tourismusregion/lenkung-wegweiser.jpg
📊 Echte Zahlen: Hallstatt: 740 Einwohner:innen, gut 1,2 Mio. TagesgĂ€ste (2025), max. 54 Busse/Tag nur mit gebuchtem Slot [1] · Venedig: TagesgĂ€ste zahlen an 60 Tagen (2026) 5 € Eintritt, Kurzentschlossene 10 € – ÜbernachtungsgĂ€ste sind befreit [2]
🎼 In der Simulation: Deine GĂ€ste ziehen sichtbar in Gruppen ĂŒber die Wege. Öffne das 📊 Statistik-Fenster. Dort zeigt dir eine bunte Karte (die Heatmap), wo die Ströme wirklich langgehen. So siehst du auch, wo dein Angebot ins Leere lĂ€uft. Am Ende zĂ€hlt dein Lenkungs-Wert mit 10 % in die Gesamtnote. Er misst, wie viele GĂ€ste ohne Auto anreisen. Eine Bushaltestelle bringt dir dabei +10 Punkte extra.
✏ Aufgaben:
  1. ANenne drei Werkzeuge der Besucherlenkung und je ein Beispiel aus dem Text.
  2. BRechne: 1.200.000 TagesgĂ€ste : 365 Tage ≈ wie viele GĂ€ste pro Tag im Durchschnitt? Vergleiche mit der Einwohnerzahl Hallstatts. Warum sind es an Spitzentagen noch viel mehr?
  3. C„Slots und EintrittsgebĂŒhren sperren Menschen aus – das ist unfair." Nimm begrĂŒndet Stellung: Wen schĂŒtzt die Lenkung, wen belastet sie?
SEITE 2 · STANDORT AM WEG

2 · Standort am Weg: Warum die Lage ĂŒber alles entscheidet

Denk an eine Einkaufsstraße in der Stadt. In der FußgĂ€ngerzone sind die Mieten am höchsten. Warum? Weil dort die meisten Menschen vorbeigehen. Diese Zahl der Vorbeigehenden nennt man Frequenz. Jeder Meter Abstand vom Strom kostet Kundschaft. Denn kaum jemand macht einen Umweg fĂŒr ein Angebot, das er nicht kennt. In einer Tourismusregion ist es genauso. Der wichtigste Standortfaktor ist die Lage am Weg.

Das war schon immer so. Schon vor 500 Jahren standen an den Handels- und Passwegen Gasthöfe, Herbergen und Schmieden. Wer die Reisenden bediente, verdiente Geld. Heute ist es dasselbe Muster: ein Kiosk am Radweg, eine Jausenstation am Wanderweg, ein Gasthof mit Parkplatz an der Ausflugsstraße.

Zur Lage kommt die KapazitÀt. Damit meint man, wie viele GÀste ein Angebot auf einmal schafft. Auch das beste Café kann nur so viele Menschen bedienen, wie Platz haben. Und Angebote helfen sich gegenseitig. Wo Spielplatz, Eisdiele und WC nah beieinander liegen, bleiben Familien lÀnger als bei einem Angebot allein. Fachleute nennen das Kopplungseffekt: Ein Angebot zieht die anderen mit.

đŸ“·Foto gesuchtJausenstation, Kiosk oder Alpwirtschaft direkt an einem gut begangenen Wanderweg (z. B. Alpe am PfĂ€nder-Rundweg oder im Bregenzerwald), gern mit vorbeigehenden GĂ€sten.assets/img/buch/tourismusregion/standort-jausenstation.jpg
Merke: Frequenz heißt: wie viele Menschen vorbeikommen. Ein Standort am Strom bekommt Kundschaft fast geschenkt. Ein Standort abseits muss sie teuer anlocken. Reichweite und KapazitĂ€t setzen jedem Angebot eine Grenze.
🎼 In der Simulation: Beim Bauen siehst du einen Kreis. Das ist die Reichweite. Nur GĂ€ste in diesem Kreis nutzen dein GebĂ€ude. Und jedes GebĂ€ude schafft nur eine bestimmte Zahl von GĂ€sten. Das ist die KapazitĂ€t. Radfahrer:innen sind mehr als doppelt so schnell wie Menschen zu Fuß. Angebote fĂŒr sie wirken darum nur direkt am Radweg. Die â„č Tourismusinfo macht alle Attraktionen in der NĂ€he stĂ€rker (bis +32 %). Und passende Nachbarn helfen sich gegenseitig: Spielplatz + Eisdiele +22 %, CafĂ© + Marktstand +18 %, Skilift + AlmhĂŒtte +25 %.
SEITE 3 · ZIELGRUPPEN & MOBILITÄT

3 · Zielgruppen und ihre MobilitÀt: Wer kommt wie an?

„Die GĂ€ste" gibt es nicht. Jede Gruppe hat andere WĂŒnsche. Fachleute teilen die GĂ€ste darum in Zielgruppen ein. Das sind Gruppen mit Ă€hnlichen WĂŒnschen, Ă€hnlichem Geld und Ă€hnlicher Anreise. Familien kommen mit dem Auto und brauchen Spielplatz, WC und kurze Wege. Wandergruppen kommen zu Fuß und wollen Natur, Aussicht und eine Einkehr. Radfahrer:innen sind schnell, machen kurze Stopps und brauchen eine Werkstatt. Busgruppen wollen ein Programm und Andenken – und unbedingt einen Busparkplatz. Dazu kommen Seniorengruppen, Schulklassen und anspruchsvolle Paare. Wer allen zugleich gefallen will, gefĂ€llt am Ende niemandem richtig. Kluge Regionen wĂ€hlen darum Schwerpunkte und bauen sie nach und nach breiter aus.

Zu jeder Zielgruppe gehört ihr Verkehrsmittel. In Österreich kommen rund 75 von 100 ÜbernachtungsgĂ€sten mit dem Auto. Nur 11 kommen mit der Bahn und 7 mit dem Flugzeug. [3] Wie sich die GĂ€ste auf die Verkehrsmittel verteilen, nennt man Modal Split. Daran erkennt eine Region, wie stark ihr Tourismus vom Auto abhĂ€ngt. Das ist wichtig: Wer nur ParkplĂ€tze baut, holt noch mehr Autos ins Tal. Wer Bahn, Bus und Radweg stĂ€rkt, holt neue GĂ€ste ohne mehr Autoverkehr.

Gerade das Reisen mit dem Rad bringt heute viel Geld. Die österreichische Radwirtschaft schafft rund 2,9 Milliarden € Wertschöpfung. Sie gibt etwa 46.000 Menschen Arbeit. Zwei von drei dieser Menschen arbeiten fĂŒr den Radtourismus. [4]

đŸ“·Foto gesuchtRadfahrer:innen auf einem beschilderten Radweg, ideal Bodensee-Radweg bei Bregenz/Hard (Radweg-Logo sichtbar).assets/img/buch/tourismusregion/zielgruppen-radweg.jpg
📊 Echte Zahlen: Anreise der ÜbernachtungsgĂ€ste in Österreich (2023): 75 % Pkw · 11 % Bahn · 7 % Flugzeug [3] · Radwirtschaft Österreich: 2,9 Mrd. € Wertschöpfung, ~46.000 BeschĂ€ftigte [4]
🎼 In der Simulation: Neun Zielgruppen kommen ĂŒber drei Startpunkte: Straße West (Auto und Bus), Radweg Nord und Fußweg SĂŒd. Jede Gruppe hat ihr eigenes Tempo, ihr eigenes Budget und ihr eigenes Ziel. Die Schulklasse hat nur etwa 25 € dabei. Das reiche Paar hat rund 200 € – ist aber nur bei einem Wirtshaus der Stufe 4 oder höher zufrieden. Tippe eine Gruppe an, dann siehst du ihre WĂŒnsche. Und pass in Welle 5 auf: Busgruppen ohne Parkplatz fahren einfach weiter. Der Feed meldet dir das schonungslos.
✏ Aufgaben:
  1. ALege eine Tabelle an: Zielgruppe · Verkehrsmittel · zwei BedĂŒrfnisse. FĂŒlle sie fĂŒr Familie, Radfahrer:in, Busgruppe und Schulklasse aus.
  2. BIn Welle 5 kommen Senioren, Busgruppen und Schulklassen gleichzeitig. Welche drei GebĂ€ude baust du in der Baupause davor – und wohin? BegrĂŒnde mit Anreise und Reichweite.
  3. C„Eine Region kann nicht allen gefallen." Stimmt das? BegrĂŒnde mit zwei Zielgruppen, deren WĂŒnsche sich widersprechen – und finde eine Lösung, wie beide trotzdem kommen können (Tipp: rĂ€umlich trennen).
SEITE 4 · WERTSCHÖPFUNG

4 · Wertschöpfung entlang der Route: Aufenthalt ist Geld

Jeder Halt eines Gastes ist ein kleines GeschĂ€ft: ein Eis, ein Mittagessen, ein Eintritt, ein Andenken. Alle diese Ausgaben zusammen nennt man Wertschöpfung. Aus diesem Geld werden Löhne und Einkommen in der Region. Es sichert nicht nur Jobs in den GasthĂ€usern. Auch BĂ€ckerei, Bauernhof und Handwerk leben mit. Zum Vergleich: Ein Übernachtungsgast gibt in Österreich im Winter rund 193 € pro Tag aus, im Sommer 156 €. [5]

Am wichtigsten ist die Zeit, die ein Gast bleibt. Wer nur durchfĂ€hrt, gibt fast nichts aus. Darum versuchen Regionen, ihre GĂ€ste zu „bremsen". CafĂ©s, MĂ€rkte, Museen und Erlebnisse laden zum Bleiben ein. Jede Stunde mehr vor Ort bringt mehr Umsatz. Aus demselben Grund sind ÜbernachtungsgĂ€ste wertvoller als TagesgĂ€ste. Sie lassen auch Geld fĂŒr Abendessen, FrĂŒhstĂŒck und NĂ€chtigung da.

Aber Vorsicht: Wer die GĂ€ste nur abzockt, verliert sie. Umsatz kommt immer erst nach der Zufriedenheit. Unzufriedene GĂ€ste geben wenig aus. Sie kommen nicht wieder und warnen andere. Heute schreibt jeder Gast eine Bewertung ins Internet. Darum ist der gute Ruf das wertvollste Gut einer Region: Die guten Sterne von heute sind die GĂ€ste von morgen.

đŸ“·Foto gesuchtMarktstand oder Wochenmarkt mit regionalen Produkten (z. B. Wochenmarkt Dornbirn oder Bregenz, KĂ€sestand), alternativ belebte CafĂ©-Terrasse im Ortskern.assets/img/buch/tourismusregion/wertschoepfung-marktstand.jpg
📊 Echte Zahlen: Tagesausgaben pro Übernachtungsgast in Österreich: Winter 193 € · Sommer 156 € [5]
Merke: Wertschöpfung = alles, was GĂ€ste vor Ort ausgeben. Sie wĂ€chst mit der Aufenthaltsdauer – und sie setzt Zufriedenheit voraus.
🎼 In der Simulation: Erst kommt die Zufriedenheit, dann das Geld. Nur zufriedene GĂ€ste geben etwas aus. Und mehr als ihr Budget geben sie nie aus. „Bremsen" halten die GĂ€ste lĂ€nger fest. Ein CafĂ© bremst je nach Ausbaustufe bis zu 30 %. Marktstand und Souvenirshop wirken Ă€hnlich. Nach jeder Welle bewerten die Abgereisten deine Region im Social-Media-Feed. Dieser Ruf bestimmt die nĂ€chste Welle. Die Formel lautet: Besucherfaktor = 0,7 + Ø-Sterne : 5. Wer unter 2 Sternen liegt, bekommt weniger GĂ€ste. Wer 5 Sterne hat, bekommt fast doppelt so viele. Dein Ziel: 2.500 € Wertschöpfung bis zum Ende der 8. Welle.
SEITE 5 · SANFTE MOBILITÄT & ZIELKONFLIKTE

5 · Sanfte MobilitĂ€t: Der Zielkonflikt Verkehr – Umwelt – Wirtschaft

Die grĂ¶ĂŸte Schwachstelle des Tourismus ist der Verkehr. In Österreich stammen ĂŒber 90 % vom klimaschĂ€dlichen CO₂ des Tourismus aus dem Verkehr. Allein an den vollen Sommerwochenenden 2024 gab es 572 Staus. [3] Und doch braucht die Region ihre GĂ€ste. Hier stoßen zwei Ziele zusammen. So etwas nennt man Zielkonflikt. Mehr ParkplĂ€tze bringen mehr GĂ€ste. Aber sie bringen auch mehr LĂ€rm, mehr Abgase und mehr verbaute FlĂ€che. Und das zerstört genau die schöne Landschaft, fĂŒr die alle kommen.

Viele Regionen antworten mit sanfter MobilitĂ€t. Das heißt: Die GĂ€ste reisen mit Bus, Bahn und Rad an statt mit dem Auto. Auch vor Ort fahren sie umweltfreundlich. Vorarlberg macht es vor. Die Straße zum Formarinsee bei Lech ist im Sommer tagsĂŒber fĂŒr Privatautos gesperrt, am Mittwoch sogar den ganzen Tag. Wer trotzdem hinauffahren darf, zahlt 25 € Maut. DafĂŒr bringt der Wanderbus (Linie 707) die GĂ€ste bequem auf den Berg. [6] Sperre, Preis und eine gute Alternative greifen hier ineinander.

Nachhaltiger Tourismus achtet am Ende auf drei Dinge zugleich: auf die Wirtschaft (das Einkommen), auf die Umwelt (Landschaft und Klima) und auf die Menschen (die GĂ€ste und die Einheimischen). Eine Region, die eines davon opfert, verliert auf Dauer alle drei.

đŸ“·Foto gesuchtLandbus/Wanderbus oder Bushaltestelle im Wander-/Ausflugsgebiet (z. B. Wanderbus-Haltestelle in Lech, Landbus Bregenzerwald), alternativ Fahrverbotsschild mit Bus-Ausnahme.assets/img/buch/tourismusregion/mobilitaet-wanderbus.jpg
📊 Echte Zahlen: Verkehr = ĂŒber 90 % der CO₂-Emissionen des Tourismus in Österreich · 572 Staus an den Sommer-Reisewochenenden 2024 [3] · Formarinsee: Straße tagsĂŒber gesperrt, Maut 25 €, Wanderbus ab Lech [6]
🎼 In der Simulation: Der đŸ…żïž Parkplatz bringt bis zu +35 % Auto- und BusgĂ€ste. Aber er kostet Umwelt (−8 beim Bau) und macht Verkehr. Empfindliche Gruppen wie Senioren, Familien und Radfahrer:innen geben dann schlechtere Bewertungen. Die 🚏 Bushaltestelle bringt Gruppen fast ohne Schaden fĂŒr die Umwelt. Sie hebt außerdem deinen Lenkungs-Wert. Das 🌿 Naturschutzgebiet verbessert die Umwelt um +20 und macht das Naturerlebnis stĂ€rker. DafĂŒr kannst du im Umkreis nicht mehr bauen. Und in Welle 4 klopft ein Investor an: 800 € sofort, aber die Umwelt sinkt um 10. Du entscheidest. Der Endbericht zeigt dann, was daraus wurde – von der 🌍 „Nachhaltigen Modellregion" bis zur đŸŒ§ïž „Krisenregion".
✏ Abschluss-Aufgaben:
  1. AVergleiche Parkplatz und Bushaltestelle in einer Tabelle: Kosten, Wirkung auf GĂ€ste, Wirkung auf Umwelt und Verkehr.
  2. BBearbeite die Simulation einmal mit Parkplatz-Strategie und einmal mit Bus-Strategie. Vergleiche im Endbericht: Wertschöpfung, Umweltwert, Lenkungs-Wert, Regionsprofil. ErklÀre die Unterschiede.
  3. CEntwirf fĂŒr ein ĂŒberlaufenes Ausflugsziel deiner Wahl ein Lenkungskonzept mit mindestens drei Instrumenten (Information, Reservierung, Preis, Sperre, Alternative). BegrĂŒnde jedes Instrument – und benenne, wer davon einen Nachteil hat.
QUELLEN

Quellen & zum Weiterlesen

[1] ORF Oberösterreich: Hallstatt-Tourismus auch im Winter ungebremst (2025) – ooe.orf.at
[2] ÖAMTC: EintrittsgebĂŒhr fĂŒr Venedig bleibt auch 2026 – oeamtc.at
[3] VCÖ – MobilitĂ€t mit Zukunft: Factsheet „Tourismusregionen durch nachhaltige MobilitĂ€t stĂ€rken" – vcoe.at · ergĂ€nzend BMWET: MobilitĂ€t im Tourismus – Trends – bmwet.gv.at
[4] klimaaktiv mobil / BMK: Kurzstudie „Wirtschaftsfaktor Radfahren" (2022) – klimaaktivmobil.at
[5] Österreich Werbung / T-MONA: Tagesausgaben Winter- vs. SommergĂ€ste – tourismuspresse.at
[6] Gemeinde Lech: Ortsbus & Wanderbus Formarinsee (Fahrverbotszeiten, Maut, Linie 707) – gemeinde.lech.at